RDB - Bezirksverein Recklinghausen

Heinz Jeders - Musik ist sein Leben

 

   

 - Heinz Jeders -

Die Musik im Hintergrund:
Gesungen von Heinz Jeders (Bild)
als Dankeschön und zur Verabschiedung
unseres Busfahrers Otto (Bild), der vom Vestischen  Reisedienst zu seiner Frau nach Berlin ging,
am Ende der Weintour 2006.
   
   
 
   
 

 

Heinz Jeders wurde 1926 in Köln am Rhein geboren. Ab 1932 zogen seine Eltern nach Übach bei Aachen, wo er bereits im Alter von  5 1/2 Jahren mit einem Jodellied seinen ersten Auftritt in der Stadthalle von Aachen hatte. In jungen Jahren hatte er auch Klavier- und Orgelunterricht. Seine weitere Jugend verbrachte er ab 1938 in Oppendorf Kreis Lübekke. Nach der Schulausbildung war er von 1940 bis 1944 in der Landwirtschaft tätig und beendete diese Ausbildung an der landwirtschaftlichen Oberschule in Lübekke mit dem Abschluss des Landwirtes.

1944 wurde er zum Wehrdienst einberufen und absolvierte seine Grundausbildung in Köln. Auch hier wurde er mit seiner diatonischen Harmonika sofort zum musizieren eingesetzt. Zum Einsatz kam er dann an die Westfront. Während des Stellungskrieges 1944 sang er 6 Wochen lang jeden Abend um 19.00 Uhr im Hauptgefechtsstand des Frontabschnittes "Lilli Marleen". Über die Feldlautsprecher wurde das Lied entlang des Frontabschnittes direkt übertragen, was stets zu einer beiderseitigen Feuerpause führte und sogar von den Amerikanern des Öfteren mit den Worten "thank you boy" kommentiert wurde.  Der schwärzesten Tag seiner Militärzeit war der Tag, an dem ein Panzer während eines Kampfeinsatzes seine Ziehharmonika  überrollte. Danach verließ ihn auch sein Glück und er ging in amerikanische Kriegsgefangenschaft oder hatte er Glück?

Im Kriegsgefangenenlager in Marseille / Frankreich warteten er 1945 auf die Überfahrt in die USA. Eines Tages wurde ein Musiker gesucht und Heinz Jeders meldete sich. Als das Los auf ihn fiel wusste er noch nicht, dass er 14 Tage lang nur ein Lied spielen sollte. Für einen jüdischen Armeearzt, der aus Köln stammte, musste er ununterbrochen nur dessen Lieblingslied spielen: "En Kölle am Rhing ben ich jebore - In Köln am Rhein bin ich geboren". Als Lohn bekam er aber immer gut gepackte Lebensmittelpakete für sich und seine Zeltkameraden.

Die erste Zeit seiner Krieggefangenschaft verbrachte er in den USA / Virginia - Fort Royal in einem Militärhunde-Camp. Später wurde er nach England in die Nähe von Peterborough verlegt, wo er wieder in der Landwirtschaft tätig war. Daneben spielte er in einer Theatergruppe, die sich im Lager gebildet hatte.

Heinz Jeders (mittig mit Zöfpen)


Er spielte 1946 in dem Stück "Maske in Blau" die "Juliska" (Bild links).
Ein weiteres Foto zeigt ihn in der Aufführung des "Faust" (Bild rechts).
 

Heinz Jeders (links)

Die Aufführungen erfolgten im Lager und vor der englischen Bevölkerung. Dort wurde eine englische Musiklehrerin auf ihn aufmerksam und er bekam von der Kommandantur die Genehmigung, bei ihr Musikunterricht zu nehmen. Danach sang er bei einigen ihrer Konzerten mehrere Einlagen, unter anderem auch in englischen Kathedralen .

Im Februar 1948 kehrte er aus der Gefangenschaft nach Oppendorf zurück und lernte dort auch seine spätere Frau kennen. Durch die gebürtige Recklinghäuserin kam Heinz Jeders nach Recklinghausen. Inzwischen sind die Beiden seit 54 Jahren glücklich verheiratet.

das übersetzte Zeugnis


Am 10. Okt. 1948 begann er als Bergmann auf der Schachtanlage "Clärchen" in Recklinghausen (RE I/II ).. Von April 1950 - Feb. 1951 besuchte er die Aufbauklasse der Bergberufsschule König Ludwig 1/2. Von 1952 bis 1954 folgte der Besuch der Bergvorschule in Wanne-Eickel auf der Schachtanlage Shamrock und im Anschluss die Bergschule in Recklinghausen bis zum Okt 1956. Ein besonderes Erlebnis während der Bergschulzeit war ein 8-wöchiger Erfahrungsaustausch auf der Schachtanlage Gedling in Nottingham im Mittelenglischen Bergbau. Durch seine guten Englischkenntnisse aus der Kriegsgefangenschaft und die immer noch bestehende Freundschaft zu seiner englischen Musiklehrerin war es ihn möglich, auch seine Frau mitzunehmen. Die 2 Bilder zeigen das übersetzte und das englische Zeugnis des Erfahrungsaustausches.

das englische Zeugnis

     

seine RDB-Mitgliedskarte

Vom April 1956 bis Mai 1970 war Heinz Jeders auf der Schachtanlage General Blumenthal, zuerst als Lehrsteiger, später als Grubensteiger, Abteilungssteiger, Sicherheitssteiger und Sicherheitsbeauftragter. In der Grubenwehr war er als Truppführer eingesetzt. Im Juni 1970 wurde er in die Hauptverwaltung der BAG Herne/Recklinghausen versetzt und war dort bis zu seiner Pensionierung am 01. April 1977 als Sicherheits-Ingenieur  in der Hauptabteilung Sicherheitswesen tätig. Seit dem 01. Dezember 1956 ist Heinz Jeders Mitglied im RDB (Bild). Im Januar 1972 erhielt er vom Landesoberbergamt in Dortmund die Urkunde, die ihn zum tragen des Titels "Ingenieur (grad)" berechtigt (Bild).

die Graduierung

     

Die Jekothies mit Heinz Jeders (links)

Keine Rast und Ruh, denn Heinz Jeders gründete einige Unterhaltungstrios mit folgenden Künstlernamen:
Eheiries (1956) mit Erich, Heinz und Rudi,
Die Silokolisten (1961),
Grubenwehrquintett (1963),
Jekothies (1969) (Bilder),
Die Historiker (1994) Geschichtskreis der Schachtanlage Clärchen.

die Jekothies (1969)

     

Werkschor General Blumenthal


Heinz Jeders hat in mehreren Chören gesungen.
Hervorzuheben sind die zwei Bergmannschöre:
Quartettverein Glückauf (Schachtanlage RE  I / II),
Werkschor General Blumenthal (Bilder) und
der MGV Liederkranz Hochlarmark.
 

gegen Falten !

 

 

Rostig ist die Grubenschiene,
wenn kein Rad mehr drüber läuft,
aber faltig wird des Bergmanns Miene,
wenn er ab und zu nicht säuft !

der Alleinunterhalter - Heinz Jeders -

Ab 1995 trat Heinz Jeders auch als Alleinunterhalter auf. Zu seinen Schwerpunkten zählten Singnachmittage in den Seniorenheimen der Dortmunder Straße, der Wildermannstraße und im Versorgungsheim Mühlenstraße. Zu erwähnen ist noch, dass Heinz Jeders den 2. Stammtisch 2008 mit dem Thema "Der Bergmann mit seinen Liedern und Geschichten" gestaltet hat. Zum Herbstfestes 2008 bedankte sich Peter Bölling  bei Heinz Jeders für die zahlreichen musikalischen Einlagen und Geschichten, die er bei fast allen Veranstaltungen zum Besten gibt und damit immer sehr zur Erheiterung beträgt. Als Dankeschön gab es zwei alte Grubenrisse des Ruhrgebietes.

Herbstfest 2008 - Peter Bölling bedankt sich bei Heinz Jeders, Monika Bölling überreicht zwei Grubenrisse

 

 
zu typischen Mitgliedern     zum Bezirksverein     zurück zur Startseite